Offener Brief an Siemens

Sehr geehrter Herr Kaeser,
Wir haben mit Sorge vernommen, dass Siemens erwägt, die Carmichael-Steinkohlemine in Australien mit einer Zugsignalanlage zu unterstützen. Der gute Ansatz Ihres Unternehmens, bis 2030 klimaneutral zu werden, ist sicher nicht mit diesem Projekt vereinbar. Im Gegenteil: Es würde alle Bemühungen von Siemens, dieses Ziel zu erreichen, in ein fragwürdiges Licht rücken. Sich nicht am Bau der Kohlemine zu beteiligen, wäre ein einfacher Weg, ein klares Zeichen zu setzen. Siemens hat schon weitaus größere Aufträge angenommen und ist wohl kaum auf diese verhältnismäßig kleine Lieferung angewiesen. Wie Sie selbst auf Ihrer Internetseite schreiben, sind die Unternehmen die Vorreiter auf einem klimafreundlichen Weg in die Zukunft. Siemens könnte eines der guten Vorbilder sein. Die Vorbildwirkung wäre allerdings dahin, wenn Sie die Carmichael-Mine unterstützen und damit eine Schädigung des Great Barrier Reefs und des Weltklimas in Kauf nehmen.

„Ein Unternehmen muss zum Wohlergehen und Fortschritt der Gesellschaft beitragen – nicht nur kurzfristig, sondern nachhaltig im Interesse zukünftiger Generationen.“

Mit diesen Worten vertreten Sie als Vorstandsvorsitzender von Siemens Ihre Firmenstrategie im Rahmen von „Vision 2020+“. Große Worte, die sich in der Praxis wiederspiegeln müssen oder andernfalls Boden zur Anklage bieten. Handelt es sich bei der von Adani geplanten Kohlemine vermeintlich nur um ein einziges Großprojekt und bei Ihrem Beitrag um eine Beihilfe zu dessen Umsetzung, so ändern diese Umstände rein gar nichts an den Klimafolgen, welche der Bau der Mine mit sich ziehen wird, und entbindet Sie als Geschäftspartner von Adani in keinem Fall von der Verantwortung für selbige. Wir bitten Sie deshalb inständig, sich von dem Projekt zu distanzieren und Ihre Versprechen von Verantwortung und einer nachhaltigen Wirtschaftweise gegenüber der Weltöffentlichkeit sowie damit inbegriffen Ihren Mitarbeiter*innen einzuhalten.

Mit freundlichen und zuversichtlichen Grüßen
Die Ortsgruppen
Fridays for Future Görlitz
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Fridays for Future Würzen
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